Dienstag, 12. April 2016

Hart aber fair, Sendung vom 22.03.2016: " Angriff auf das Herz Europas – Schutzlos gegen den Terror??

Gast: Terry Reintke, B’90/Grüne und Mitglied des Europäischen Parlaments

Kleidung: schwarzes Kleid – untermauert die Ernsthaftigkeit des Themas und die Trauer um die Menschen, die bei dem Anschlag in Brüssel ums Leben gekommen sind

Inhalt: Reintke:“Die erste Reaktion ist nicht politisch. Da ist Trauer, Mitgefühl mit den Angehörigen, mit den Opfern. Natürlich fragt man sich auch, sind da Menschen mit darunter, die mit mir gemeinsam arbeiten (...) Ich will mich von diesen Taten jetzt nicht einschüchtern lassen. Angst und Hass zu verbreiten kann auf jeden Fall nicht die Reaktion sein. (...) Ich möchte mir die Vielfalt von Brüssel durch diese feigen Anschläge nicht nehmen lassen.“

Körpersprache: aufrechte Haltung – spricht kaum mit den Händen, diese liegen meist auf dem Tisch – sehr gefasste und konzentrierte Körperhaltung.

Mimik: spricht Gäste und Moderator gezielt an – hält mit allen Augenkontakt – das Gesicht zeigt Betroffenheit

Stimme: sehr ruhige und monotone Stimme - Lautstärke und Tonlage variieren kaum- spricht sehr gefasst.


Fazit: Frau Reintke kann als Europaabgeordnete die Geschehnisse aus einer ganz persönlichen Sicht schildern und versteht es, dies mit den Themen der Partei zu verknüpfen“ Wir dürfen uns in solch einer Situation nicht verrückt machen lassen. Und wenn wir sehen, es gibt Fakten, die sind beunruhigend und da muss mehr getan werden, dann müssen wir aber auch auf der anderen Seite immer wieder verhältnismäßig bleiben. Und ich glaube und das ist ein ganz zentraler Punkt, dass,  wenn wir sagen, wir verteidigen unsere Freiheit; was bedeutet denn diese Freiheit schlussendlich? Und es bedeutet, dass es eben nicht eine Datensammelflut geben darf. Es bedeutet, dass man Grundrechte wahrt. (...) Wir müssen uns genau anschauen, was wir wollen. Vorratsdatenspeicherung, bessere Zusammenarbeit von Polizei und Justiz? Da muss mehr passieren. Wir können aber nicht von allen Bürgern wahllos alle Daten sammeln.

Freitag, 11. März 2016

Maybritt Illner, Sendung vom 03.03.2016: "Integration oder Spaltung – was kostet uns der soziale Frieden?

Gast: Jens Spahn, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, CDU-Präsidiumsmitglied

Kleidung: dunkelblauer Anzug – kombiniert mit blauem Hemd – dunkelblaue Krawatte mit roten Streifen – untermauert Seriosität und Ernsthaftigkeit

Inhalt: verteidigt Regierungslinie – Spahn:“ Wir wollen künftige Generationen nicht mit den Schulden von heute belasten. Wir haben eine Finanzlage, die eigentlich so super ist wie vor 40, 50 Jahren nicht mehr.  Wir haben einen Überschuss, der uns in die Lage versetzt, dass wir tatsächlich zusätzliche Ausgaben machen. Allein dieses Jahr 8 Milliarden für Sprachkurse, Integrationskurse, Arbeitsmarktintegration. Wir haben in den letzten Jahren auch viele Leistungen für die Deutschen ausgebaut. 6 Milliarden bei der Pflege, Mütterrente, Rente mit 63, Mindestlohn, Kitaausbau.“

Körpersprache: aufrechte Haltung – spricht teilweise mit den Händen, sonst liegen diese auf dem Tisch – sehr gefasste und konzentrierte Körperhaltung – besondere Schwierigkeit: Drehstühle, die zu unruhigen Bewegungen "einladen"

Mimik: spricht Gäste und Moderatorin gezielt an – hält mit allen Augenkontakt

Stimme: variiert mit Lautstärke und Tonlage – wichtige Punkte werden besonders betont – spricht meist ruhig und gefasst


Fazit: Spahn argumentiert in Richtung „Kanzlerinnenmeinung“ und weiß entsprechende Botschaften gezielt zu platziert: “ Es geht diesem Land so gut wie lange nicht mehr. Deswegen können wir gerade jetzt vielen anderen Menschen helfen. […] Es gibt die Aussage, nach dem Motto, jetzt ist viel Geld da gerade für die Flüchtlinge und an anderen Stellen ist keins da. Aber die Frage ist doch, wie geht man damit um. […] Das Einzige, auf was die Deutschen bis jetzt verzichten mussten, sind ein paar Turnhallen. Es hat noch keiner 1 Euro weniger gehabt. Aber wir müssen die Aufgabe ehrlich beschreiben. „

Dienstag, 2. Februar 2016

Maischberger, Sendung vom 27.01.2016: Tabupartei AfD - Deutschland auf dem Weg nach rechts?

Gast: Ralf Stegner (SPD/stellv. Parteivorsitzender)

Kleidung: dunkelblauer Anzug – kombiniert mit blauen Oberhemd – keine Krawatte

Inhalt: die Methode der AfD ist es, sich in Talkshows zu setzen und ein freundliches Gesicht zu machen - Stegener:“ Der Vorsitzender der AfD in NRW sagt, man muss auf Flüchtlinge an der Grenze schießen zur Not und der Vizevorsitzende sagt, er fände das richtig. So eine Partei führt unser Land ins Unglück. (....) Das Unglück kommt in Deutschland von rechts. Man muss sich mit ihnen auseinandersetzen, muss ihnen Paroli bieten und eine normale Partei ist das nicht. Das sind Demokratiefeinde und wir wollen nicht, das sie in Parlamente kommen.“

Körpersprache:“fläzt“ in der Couch – aufgestützte Ellbogen verstärken die zurückgelehnte Haltung, was bei einer beleibteren Figur wenig vorteilhaft wirkt, v.a. bei bestimmten Kameraeinstellungen – kann angesichts des Contras gegenüber den anderen Gästen zudem arrogant wirken – hat er das Wort, lehnt er sich weiterhin auf dem Arm gestützt nach vorne, was einen eher "mühevollen" Eindruck vermittelt – unterstreicht das Gesagt mit den Händen, bis zum erhobenen Zeigefinger

Mimik: heruntergezogene Mundwinkel vermitteln eine ablehnende Haltung – spricht Gäste und Moderatorin gezielt an – hält mit allen Augenkontakt.

Stimme: eher enge und nasal gepresste Stimme – variiert kaum mit der Lautstärke und der Tonlage seiner Stimme – spricht monoton.

Fazit: Stegener versucht klar zu machen, dass man die AfD verhindern muss und diese sich nur als Schmutzfänger betätigt. Stegener:“ Wir haben eine große Verunsicherung in diesem Land. Wir haben viele Menschen, die helfen den Flüchtlingen. Wir haben viele Menschen die Ängste haben und verunsichert sind. Diese muss man anhören. Und wir haben diese, die mit einfachen Antworten Ihnen suggerieren, man müsse nur einen Schalter umdrehen und es wäre alles gut."


Insgesamt konterkarieren Körperhaltung, Gestik und Mimik eher die Aussage, dass Ängste "angehört" werden, vielmehr kann hier der Eindruck entstehen, dass die eigene Aussage absolut gesetzt wird.

Dienstag, 22. Dezember 2015


Hart aber fair, Sendung vom 14.12.2015: Flucht, Terror, Skandale – wie hat 2015 unser Land verändert? Live dabei.

 
Bewertung der Gäste: Edmund Stoiber (CSU), Serdar Somuncu (Kabarettist), Claudia Roth (B’90/Grüne), Herfried Münkler (Politikwissenschaftler) und Christoph Schwennicke ( Cicero-Chefredakteur)

Kleidung: Stoiber: dunkelblauer Anzug, weißes Hemd, helle, lilafarbende Krawatte. Münkler und Schwennicke: Anzug und Krawatte – alle drei sind passen für die Sendung gekleidet. Somuncu: Karohemd, oberster Knopf offen – für die Sendung und das Thema etwas zu leger, aber entsprechend seiner Rolle als "Außenseiter" als Comedian und Vertreter der heute show. Roth (einzige Frau in der Runde): pastellfarbener, geblümter Gehrock, helles Oberteil, kombiniert mit rot-weißer „Perlenkette“, dezentes Blond; Gegenprogramm zu Anthrazit und Dunkelblau

Inhalt:
Stoiber:“Wir haben ein Thema, wie ich es mir vor ein oder zwei Jahren nicht hätte vorstellen können. Es teilt ein Stück unserer Nation […]. Wir haben eine emotionale Auseinandersetzung in der Gesellschaft, die ich nur noch kenne aus den Zeiten Strauß und Wehner einerseits, Brandt und Schmidt andererseits.“

Somuncu:“Es ist nicht schlimm, wenn sich Deutschland aufbläht, aber wenn hinter diesem Stolz eine Konzeptlosigkeit steckt und hinter dem Lob gegenüber Angela Merkel ein Affekt, dann frage ich mich, ist das alles nachhaltig.“  

Schwennicke:“Die Rede der Kanzlerin war eine solide Rede. War mit großer historischer Kelle auch angerührt. Aber das Eigentliche fand vor dieser Rede statt. Und das war, dass zwei Konzessionen ihrer Kritiken in den Leitantrag aufgenommen wurden. Erstens das gesagt wurde, der Strom der Flüchtling muss drastisch verringert werden und zweitens, dass gesagt wurde, dieser Staat und diese Gesellschaft darf nicht überfordert werden.“

Roth:“ Das Sie (Kanzlerin) sagt, dass es keine Obergrenze geben könne. Dass Sie tut, was eigentlich normal sein müsste. Dass sie nämlich unser Grundgesetz kennt. Das Sie weiß, dass man das Grundgesetz auf Asyl nicht nummerisch begrenzen kann. Dass Sie als Kanzlerin der viertgrößten Industrienation, eines der reichsten Länder der Welt nicht sagt, oh wir schaffen das nicht […]. Dafür hätte sie Applaus bekommen.“

Münkler:“Offenbar das Grundprinzip der deutschen Politik weiter gilt. Das Wahlen in der Mitte gewonnen werden. Sie (die Kanzlerin) hat sich dort positioniert. Es ist richtig, dass die Auseinandersetzung bis in die politische Mitte hineinreicht. Es ist ein Kampf gewissermaßen, um die Zukunft dieser Republik in ihrer Selbstbeschreibung.“

Körpersprache: Stoiber: leicht vorgebeugte Sitzposition – lebhafte Gestik, die die Dynamik in der Stimme unterstützt, v.a. wenn Argumente besonders betont werden sollen. Somuncu: Körperhaltung leicht nach vorne verlagert - Hände "sprechen" wenig - liegen meist ruhig auf dem Tisch. Schwennicke: aufrechte Sitzpostion – sparsame Gestik, um auf bestimmte Punkte hinzuweisen. Roth: aufrechter Sitz - auch sie gestikuliert viel, was ihrer Stimme gleichfalls einen variantenreicheren Ausdruck verleiht. Münkler: setzt seine Hände kaum ein - vermittelt, dass er ganz genau weiß, wovon er spricht.

Mimik: Stoiber spricht Gäste und Moderator gezielt an – hält mit allen Augenkontakt. Auch Somuncu spricht jeden in der Runde gezielt an. Schwennicke spricht jeden Gast direkt an und hält Augenkontakt. Roth hält stets Augenkontakt und spricht Gäste direkt an - zeitweilig ziemlich energisch. Münkler sitzt auch aufrecht und spricht die Gäste und Moderator an, strahlt Seriosität kombiniert mit Gelassenheit aus.

Stimme: Stoiber variiert mit der Lautstärke und der Tonlage – v.a. bei ihm wichtigen Aussagen. Somuncu spricht ruhig und entspannt – wird energisch, wenn es um wichtige Punkte geht, was sich v.a. beim Wortgefecht Roth-Somuncu zeigt. Beide werden laut und fallen dem anderen teilweise sofort ins Wort, lassen den anderen kaum ausreden – sorgen für den emotionalen Teil der Sendung. Schwennicke spielt kaum mit der Tonlage seiner Stimme – wenig Variation. Münkler wirkt sehr ruhig und gefasst, spricht leise und beruhigend, lässt sich nicht in Wortgefechte verwickeln.

Fazit: Die Sendung wird durch die Fernsehprofis Claudia Roth, Serdar Somuncu und Edmund Stoiber geprägt. Teilweise inhaltlich, aber auch auf rhetorischer und körpersprachlicher Hinsicht. Gerade das Wortgefecht von Roth und Somuncu und der plötzliche DUZ-Fauxpas gegenüber Somuncus seitens Roth, bleiben in Erinnerung. Auch Stoiber, der die Kernbotschaften seiner Partei engagiert wiederholt, verinnerlicht sich. Einige mehr sachliche Kommentare des Politikwissenschaftlers, Münklers, hätten eine erweiterte Perspektive auf die aktuelle Flüchtlingspolitik Deutschlands ermöglicht.

Livebeobachtung: 3 Studiofernsehkameras, 1 Steadycam, 1 Kran-Kamera.  Insgesamt konzentrierte, aber entspannte Atmosphäre, die wesentlich von Frank Plasberg getragen wird wie von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den Kameras und in der Regie.

Mittwoch, 25. November 2015

Hart aber fair, Sendung vom 16.11.2015: Terror gegen die Freiheit – wie verteidigen wir unsere Werte?


Gast: Ilse Aigner, CSU, Stellvertretende Ministerpräsidentin von Bayern

Kleidung: dunkelblauer Blazer – kombiniert mit weißer Bluse – Halstuch mit den französischen Nationalfarben, zeigt Solidarität und Anteilnahme.
Inhalt: trennt Terror und Flüchtlingswelle – könnte rhetorisch pointierter sein – Aigner:“ Es geht hier aber nicht um die Flüchtlingspolitik, die wir hier diskutieren, sondern im Zuge des Ansturm von Flüchtlingen, die wir hier zu verbuchen haben um Terroristen, die das auch nutzen, um die Grenzen zu passieren. Damit meine ich auch die Außengrenzen und natürlich auch die deutschen Grenzen und das ist was wir unter Sicherheitspolitik natürlich aufnehmen müssen, um hier auch letztendlich die Kontrollen wieder zu verschärfen und zu kontrollieren wer bei uns ins Land kommt. Und damit meine ich ausdrücklich die, die es ausnutzen.“

Körpersprache: aufrechte Haltung – sparsame Gestik – sehr gefasste und konzentrierte Körperhaltung.
Mimik: spricht Gäste und Moderator gezielt an – hält mit allen Augenkontakt.

Stimme: Lautstärke und variieren kaum – Aigner spricht sehr ruhig und gefasst.
Fazit: Aigner betont ihre Kernbotschaft, wieder schärfere Grenzkontrollen durchzuführen und vertritt die „CSU-Parteilinie“. Aigner:“ Wir haben zur Zeit keine wirksamen Kontrollen […], weil es in der Tat nicht funktioniert, bei diesen Mengen, die bei uns über die Grenze kommen, dass vernünftig zu kontrollieren. Es geht nicht um die Flüchtlinge, sondern um es geht auch darum, dass es andere auch leider gibt, das Land zu erreichen und das auch zu machen.“   

 

Dienstag, 3. November 2015

Günther Jauch, Sendung vom 01.11.2015: Seehofers Ultimatum: Begrenzt Merkel jetzt den Flüchtlingszustrom

Gast: Julia Klöckner, CDU, Stellvertretende Parteivorsitzende, Fraktionschefin in Rheinland-Pfalz

Kleidung: beiger Hosenanzug – helles Oberteil – ihrem Typ entsprechend – freundlich und seriös – eigener Stil

Inhalt: gute Vorbereitung – Kernbotschaften werden gut platziert – authentisch, trotz bedachter Formulierungen – bezieht klare Stellung, ohne sich Angriffen preis zu geben – rhetorisch präzise – greift Argumente auf – widerspricht, ohne aggressiv zu wirken. Klöckner: „Ich glaube, da haben CDU und CSU den richtigen Weg gefunden, weil wir uns einig sind, dass wir in der Tat den Flüchtlingszustrom ordnen wollen; dass wir die Menschen registrieren wollen, bevor Sie verteilt werden. Und ein Land hat das Recht zu wissen, wer in sein Land kommt. Und deshalb sind diese Transitzonen der zentrale Punkt.“

Körpersprache: aufrechte Haltung, ohne angestrengt zu wirken – souverän – bewegt sich wenig – Präsenzpunkt ist meist dem Moderator zugewandt – insgesamt offene Haltung

Mimik: entspannte Mimik – spricht die jeweiligen Gesprächspartner direkt an – hält stets Augenkontakt – der Gesichtsausdruck folgt dem Gesagten

Stimme: klangvoll und melodisch, auch wenn es ernst wird – Betonungen sitzen an der richtigen Stelle – ohne Aufgeregtheit

Fazit: Julia Klöckner ist engagiert, lässt sich aber nicht auf die Emotionalität ihrer Gesprächspartner ein, versucht, immer wieder zur Sachebene zurückzufinden. Klöckner: „Mit jedem Menschen der zu uns kommt, ganz gleich, ob er eine Bleibeperspektive oder keine Bleibeperspektive hat, müssen wir ordentlich und anständig umgehen. Das heißt aber nicht, dass es menschenunwürdig ist, wenn wir Menschen, die keinen Asylgrund haben