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Montag, 5. September 2016

hartaberfair, Sendung vom 15.08.2016: „Halbmond über Deutschland – wie viel Erdogan verträgt unser Land?“
 weiter in Europa?
Gast: Malu Dreyer, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz, SPD

Kleidung: rotes Jacket – kombiniert mit weißer Bluse – strahlt Seriosität aus – die Kombination passt zur Landesflagge der Türkei

Inhalt: Fasst die Ereignisse in der Türkei zusammen und gibt Ihren Blick der Situation sachlich wieder – Dreyer: “Man kann das, was gerade in der Türkei geschieht letztendlich nur kritisch sehen und das sehe ich auch so und ich kritisiere es auch massiv. Denn wenn 2000 Richter und Staatsanwälte verhaftet werden, wenn über 24.000 Beamte suspendiert werden oder wenn Journalisten einfach Ihres Amtes enthoben werden(...), dann lässt uns das nicht unberührt. (...) Es ist immer eine offene Frage, inwieweit Erdogans Einfluss in unserem Land tatsächlich zählt oder nicht.“

Körpersprache: aufrechte Haltung – sparsame Gestik, liegen meist auf dem Tisch –  wirkt konzentriert

Mimik: lebhafte Mimik, die dem Gesagten entspricht und damit authentisch wirkt – spricht Gäste und Moderator stets an – hält mit allen Augenkontakt

Stimme: variiert nicht mit Lautstärke und der Tonlage ihrer Stimme – sehr angenehme und ruhige Stimme


Fazit:  solider Auftritt der Ministerpräsidentin – spricht den Abgeordneten Mustafa Yeneroglu (AKP) direkt an und fordert eine klare Erläuterung der Vorgänge in der Türkei. Dreyer: „Sie als Abgeordneter sind in einer guten Position und könnten uns ehrlich doch einmal offensiv erklären in den Sendungen, als nicht immer nur anklagen das angeblich die Presseberichterstattung so einseitig ist, sondern mal klarmachen, was ist das eigentlich was da gerade abläuft in der Türkei und was bedeutet das (...) wenn Medienorgane geschlossen werden. Das kann Sie doch nicht verwundern, dass wir fragen.“

Dienstag, 26. April 2016

Anne Will, Sendung vom 17.04.2016: „Heute kleiner Lohn, morgen Altersarmut - Versagt der Sozialstaat?

Gast: Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin NRW und stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD

Kleidung: Roséfarbenes Jacket – kombiniert mit dunkler Bluse – dazu eine dunkle Hose –  seriös und individuell

Inhalt: Spricht über Riester-Rente, Gesetzliche- und Betriebsrente – Kraft:“ Als Politikerin sehe ich ein Handlungsbedarf. Wir haben viel getan in den letzten Jahren für diejenigen, die jetzt in Rente sind. Gerade die Rente mit 63, die Mütterrente. Das war alles sinnvoll. Wir haben noch einiges vor uns, was hoffentlich noch umgesetzt wird was im Koalitionsvertrag steht. Stichwort: Lebensleistungsrente. (...) Die Frage ist aber, was mit denen ist, die in Rente gehen? 2001 haben wir aber viele Veränderungen vorgenommen. Es wurde ein Paket auf den Weg gebracht, an dem sich jeder zu beteiligen hat.“

Körpersprache:  Gestikuliert und unterstreicht das Gesagte – sehr gefasste und konzentrierte Körperhaltung, Beine sind übereinandergeschlagen – souverän, aber entspannt.

Mimik: Spricht die Gäste und die Moderatorin gezielt an – hält mit allen Augenkontakt – wacher, interessierter Blick.

Stimme: Etwas zu tief gestellte Stimme – Betonung dessen, was wichtig ist

Fazit: Souveräner Auftritt eines Medienprofis – reagiert spontan – verteidigt bisherige Politik – gibt Korrekturbedarf aber zu.

„Wir müssen das gesamte Paket betrachten und das Rentenniveau darf nicht weiter absinken, weil wir die anderen Stellen nicht auf das Niveau gebracht haben, was wir erreichen wollten. Riester haben wir damals nicht verpflichtend gemacht. Das war im Nachhinein vielleicht ein Fehler und die betriebliche Altersversorgung haben wir nicht weiter nach oben gebracht.“

Dienstag, 2. Februar 2016

Maischberger, Sendung vom 27.01.2016: Tabupartei AfD - Deutschland auf dem Weg nach rechts?

Gast: Ralf Stegner (SPD/stellv. Parteivorsitzender)

Kleidung: dunkelblauer Anzug – kombiniert mit blauen Oberhemd – keine Krawatte

Inhalt: die Methode der AfD ist es, sich in Talkshows zu setzen und ein freundliches Gesicht zu machen - Stegener:“ Der Vorsitzender der AfD in NRW sagt, man muss auf Flüchtlinge an der Grenze schießen zur Not und der Vizevorsitzende sagt, er fände das richtig. So eine Partei führt unser Land ins Unglück. (....) Das Unglück kommt in Deutschland von rechts. Man muss sich mit ihnen auseinandersetzen, muss ihnen Paroli bieten und eine normale Partei ist das nicht. Das sind Demokratiefeinde und wir wollen nicht, das sie in Parlamente kommen.“

Körpersprache:“fläzt“ in der Couch – aufgestützte Ellbogen verstärken die zurückgelehnte Haltung, was bei einer beleibteren Figur wenig vorteilhaft wirkt, v.a. bei bestimmten Kameraeinstellungen – kann angesichts des Contras gegenüber den anderen Gästen zudem arrogant wirken – hat er das Wort, lehnt er sich weiterhin auf dem Arm gestützt nach vorne, was einen eher "mühevollen" Eindruck vermittelt – unterstreicht das Gesagt mit den Händen, bis zum erhobenen Zeigefinger

Mimik: heruntergezogene Mundwinkel vermitteln eine ablehnende Haltung – spricht Gäste und Moderatorin gezielt an – hält mit allen Augenkontakt.

Stimme: eher enge und nasal gepresste Stimme – variiert kaum mit der Lautstärke und der Tonlage seiner Stimme – spricht monoton.

Fazit: Stegener versucht klar zu machen, dass man die AfD verhindern muss und diese sich nur als Schmutzfänger betätigt. Stegener:“ Wir haben eine große Verunsicherung in diesem Land. Wir haben viele Menschen, die helfen den Flüchtlingen. Wir haben viele Menschen die Ängste haben und verunsichert sind. Diese muss man anhören. Und wir haben diese, die mit einfachen Antworten Ihnen suggerieren, man müsse nur einen Schalter umdrehen und es wäre alles gut."


Insgesamt konterkarieren Körperhaltung, Gestik und Mimik eher die Aussage, dass Ängste "angehört" werden, vielmehr kann hier der Eindruck entstehen, dass die eigene Aussage absolut gesetzt wird.

Montag, 23. Juni 2014


Günther Jauch, Sendung vom 22.06.2014: Blutiger Feldzug - wie gefährlich sind die islamistischen Gotteskrieger?
 
Gast: Norbert Röttgen, MdB und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses  

Kleidung: grauer Anzug – kombiniert mit weißen Hemd –grauweiß gepunktete Krawatte– schlichte Farben passen zur Ernsthaftigkeit des Themas 

Inhalt: tadellose Vorbereitung – geht auf die Fragen des Moderators gezielt ein und erklärt umfangreich den Sachverhalt. Jauch: „War es ein Fehler der Amerikaner 2003 in den Irak einzumarschieren und war es ein weiterer Fehler zweieinhalb Jahre zu früh wieder rauszugehen? Röttgen: „Ja, aber auch Europa hat Fehler gemacht. Auch wir können uns den Luxus nicht leisten von Krisen wegzuschauen“.

Körpersprache: entspannte Haltung – aber nicht respektlos – ist sich seines Auftretens und Wirkens sehr sicher - Beine übereinandergeschlagen - Hände liegen auf den Oberschenkeln – setzt sie ein, wenn er ausdrücklich auf eine Situation oder Aussage hinweisen möchte

Mimik: ruhig und gefasst – zollt den anderen Talkgästen Respekt, indem er sie direkt anspricht und auf ihre Fragen eingeht

Stimme: eher monotone Stimmlage – kaum Variation in Stimmlage und Lautstärke

Fazit:  Auf der Grundlage einer sehr ernsten und detailreichen Sendung behält Norbert Röttgen seine Argumentationslinie fest im Griff und macht immer wieder auf die Komplexität des Themas aufmerksam.