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Dienstag, 2. Februar 2016

Maischberger, Sendung vom 27.01.2016: Tabupartei AfD - Deutschland auf dem Weg nach rechts?

Gast: Ralf Stegner (SPD/stellv. Parteivorsitzender)

Kleidung: dunkelblauer Anzug – kombiniert mit blauen Oberhemd – keine Krawatte

Inhalt: die Methode der AfD ist es, sich in Talkshows zu setzen und ein freundliches Gesicht zu machen - Stegener:“ Der Vorsitzender der AfD in NRW sagt, man muss auf Flüchtlinge an der Grenze schießen zur Not und der Vizevorsitzende sagt, er fände das richtig. So eine Partei führt unser Land ins Unglück. (....) Das Unglück kommt in Deutschland von rechts. Man muss sich mit ihnen auseinandersetzen, muss ihnen Paroli bieten und eine normale Partei ist das nicht. Das sind Demokratiefeinde und wir wollen nicht, das sie in Parlamente kommen.“

Körpersprache:“fläzt“ in der Couch – aufgestützte Ellbogen verstärken die zurückgelehnte Haltung, was bei einer beleibteren Figur wenig vorteilhaft wirkt, v.a. bei bestimmten Kameraeinstellungen – kann angesichts des Contras gegenüber den anderen Gästen zudem arrogant wirken – hat er das Wort, lehnt er sich weiterhin auf dem Arm gestützt nach vorne, was einen eher "mühevollen" Eindruck vermittelt – unterstreicht das Gesagt mit den Händen, bis zum erhobenen Zeigefinger

Mimik: heruntergezogene Mundwinkel vermitteln eine ablehnende Haltung – spricht Gäste und Moderatorin gezielt an – hält mit allen Augenkontakt.

Stimme: eher enge und nasal gepresste Stimme – variiert kaum mit der Lautstärke und der Tonlage seiner Stimme – spricht monoton.

Fazit: Stegener versucht klar zu machen, dass man die AfD verhindern muss und diese sich nur als Schmutzfänger betätigt. Stegener:“ Wir haben eine große Verunsicherung in diesem Land. Wir haben viele Menschen, die helfen den Flüchtlingen. Wir haben viele Menschen die Ängste haben und verunsichert sind. Diese muss man anhören. Und wir haben diese, die mit einfachen Antworten Ihnen suggerieren, man müsse nur einen Schalter umdrehen und es wäre alles gut."


Insgesamt konterkarieren Körperhaltung, Gestik und Mimik eher die Aussage, dass Ängste "angehört" werden, vielmehr kann hier der Eindruck entstehen, dass die eigene Aussage absolut gesetzt wird.

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Anne Will, Sendung vom 07.10.2015: Die Kanzlerin in der Flüchtlingskrise – Können wir es wirklich schaffen, Frau Merkel?


Anne Will, Sendung vom 07.10.2015: Die Kanzlerin in der Flüchtlingskrise – Können wir es wirklich schaffen, Frau Merkel?
 
Gast: Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland
 
Kleidung: dunkelblauer Blazer – darunter schwarzes Top und schwarze Hose – strahlt wie immer Souveränität und Seriosität aus – gediegene Farben sprechen für die Ernsthaftigkeit des Themas. 
Inhalt: gute Vorbereitung, weiß wovon Sie spricht - Merkel:“ Wir müssen nicht nur nach Innen arbeiten, unsere Prozesse besser machen, die Regelungen besser treffen, als Bund die Länder und Kommunen besser unterstützen, sondern ich muss auch in Europa arbeiten, damit wir eine fairere Verteilung hinbekommen und wir müssen es schaffen, dass wir die Flüchtlingsursachen bekämpfen -  und das können wir auch schaffen.“ Merkel musste angesichts kritischer Nachfragen, versuchen ihre Flüchtlingspolitik zu erklären und zu begründen.
Körpersprache: aufrechte Haltung – präsent – natürliche Gestik – möchte damit Ihren Sätzen Kraft und Ausdruck geben – ihre Füße stehen im ganzen Interview immer fest auf dem Boden.
Mimik: spricht die Moderatorin gezielt an – hält stets Augenkontakt – Mimik folgt dem Gesagten – kein Pokerface – signalisiert Offenheit, auch bei unangenehmen Fragen – lächelt häufig.
Stimme: aufrechte Haltung und Körperspannung sorgt für eine volle Stimme – vorwiegend gleichbleibende Lautstärke und Tonlage – Betonung dessen, was wichtig ist – in einigen Passagen sehr sensibel und einfühlsam.
Fazit: Positiv: Die Bundeskanzlerin wirkt zwar an einigen Stelle ratlos, aber nicht mutlos. Vor einigen Wochen äußerte sie zur Flüchtlingsproblematik: „Wir schaffen das!“. Merkel dazu: „Ich bin vorgeprescht, weil ich der festen Überzeugung bin, dass es geht und weil ich auch glaube als Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland habe ich die Aufgabe in einer solchen Situation, die eine außergewöhnliche Situation ist, ist eine historische Bewährungsprobe, als daran zu setzen und den Optimismus und auch die innere Gewissheit zu haben, dass diese Aufgabe lösbar ist.“ Frau Merkel ist in der gesamten Sendung darauf bedacht, ihre Flüchtlingspolitik den Zuschauern zu erklären und sie mitzunehmen. Und Frau Merkel betont:“ Ich habe eine Plan“ – sie lässt sich nicht von emotionalisierenden Fragen provozieren – Anne Will: "Nervt Sie das?"
Negativ: den konkretisierenden Fragen Anne Wills wird ausgewichen – das gut vorbereitete Anfangsstatement nicht mit Inhalten gefüllt – Äußerungen wie: "Ich habe die Situation nicht herbeigeführt" oder "Es hat keinen Sinn etwas zu versprechen, das ich nicht halten kann" können Handlungen und Äußerungen der Vergangenheit gegenübergestellt werden
 

 

Dienstag, 18. November 2014


Günther Jauch, Sendung vom 16.11.2014: Das Putin-Interview - wohin steuert der Kreml-Chef?

 
Interview: Wladimir Putin, Präsident der Russischen Föderation – Hubert Seipel, Journalist (NDR)

Kleidung: Kombination  – dunkles Jackett – hellgraue Hose – diskret blau kariertes Hemd – keine Krawatte – "casual" – Freizeitstil

Inhalt: geschickter Rhetoriker – integriert westliche Werte wie Freiheit und Selbstbestimmung, um das Handeln Russlands auf der Krim und in der Ukraine zu begründen – zieht den Vergleich: Selbstbestimmungsrecht des Kosovo – Referendum auf der Krim – beansprucht die eigentliche Wahrheit – Westen wäre mit Nato- und EU-Erweiterung vertragsbrüchig geworden – weicht der direkten Journalistenfrage nach eigenen Fehlern aus – deutliche indirekte Warnungen, die aufhorchen lassen sollten: "Es wäre eine Katastrophe, wenn jemand heimlich Russenfeindlichkeit in der Ukraine unterstützen würde. Eine Katastrophe."

Körpersprache: sitzt dem Journalisten frontal gegenüber, ohne Tisch, ohne "Schutz" – "Duellsituation" – lehnt sich weit zurück – wirkt steif – Anspannung teilt sich anfangs über unruhige Beine mit und über die Hände, die sich während der Interviewfragen an der Armlehne festzuhalten versuchen – Haltung und Gestik lösen sich mit zunehmender Führung im Gespräch

Mimik: lässt kaum Mimik erkennen – selten ein Lächeln – manchmal ein Lachen – signalisiert Überlegenheit – sehr wache Augen, die das Gegenüber genau taxieren

Stimme: Stimmlage gleichbleibend – Betonung einzelner, ihm wichtiger Begriffe - Heiserkeit und der häufige Griff zum Wasserglas verraten die Nervosität

Fazit:  es geht um Viel - ein sich insgesamt freundlich gebender und um eine positive Außendarstellung bemühter Putin versucht das Gespräch zu dominieren – macht die empfundene Demütigung Russlands deutlich – Körpersprache konterkariert am Anfang des Gesprächs die behauptete Sicherheit – Kameraeinstellung lässt Putin im Teilausschnitt bis zur oberen Schulter günstiger wirken, dank der nahezu bewegungslosen Mimik – Totale zeigt die Anspannung im restlichen Körper – besondere Vertrautheit mit deutschem Journalisten bzw. Signal an die deutsche Politik? – Entfernen des "Knopfs im Ohr" signalisiert: ich verstehe alles ohne Dolmetscher – z.T. kurze direkte Entgegnungen in Deutsch