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Freitag, 22. Juli 2016

Maybrit Illner, Sendung vom 14.07.2016: „ Planlos nach dem Brexit – wie weiter in Europa?“
 weiter in Europa?
Gast: Edmund Stoiber, von 1993 -2007 Ministerpräsident von Bayern, CSU

Kleidung: blauer Anzug– kombiniert mit einem orangefarbenen hellblauen Oberhemd – lilafarbene Krawatte – strahlt Seriosität aus  

Inhalt: Das Ergebnis in Großbritannien ist nicht gerade außergewöhnlich – Stoiber: “Das ist eine britische Entscheidung (....) Großbritannien ist natürlich sehr sehr schwer zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft oder Europäischen Union1973 gekommen. Hat sich sehr sehr viele Sonderrechte erkämpft. Ist nie ein ganz vollwertiges Mitglied gewesen, weil es an vielen Gemeinsamkeiten nicht teilgenommen hat. Und Großbritannien wollte eigentlich nur dem Binnenmarkt beitreten. Das haben Sie immer betont und wollten natürlich nicht eine europäische, politische Union mit engeren Vertiefungen.“

Körpersprache: aufrechte Haltung – redet enorm viel mit den Händen, um seinen Sätzen Ausdruck zu geben –  wirkt konzentriert

Mimik: spricht Gäste und Moderatorin stets an – hält mit allen Augenkontakt

Stimme: variiert teilweise mit Lautstärke und der Tonlage seiner Stimme – strapaziert aber damit nicht die weiteren Gäste


Fazit:  solider Auftritt– hält fest, dass es sich lohnt an Europa festzuhalten, da es hier Frieden und Freiheit gibt. Es ist die Aufgabe der älteren Generation den jüngeren klarzumachen, das Sie auf einem tollen Kontinent leben. Stoiber: „Wir müssen Europa ein Stückchen neu aufstellen und darstellen müssen. Was ist dieses Europa? Ich kann dies nicht immer nur mit materiellen Dingen begründen sondern ich muss auch sagen, schau dir mal die unsichere Welt an. Schau dir an wo Kriege herrschen. Und Europa ist ein faszinierender Kontinent mit Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, persönlicher Freiheit und auch einem gewissen Wohlstand.

Mittwoch, 1. Juni 2016

Maybrit Illner, Sendung vom 19.05.2016: „Reiches Land, arme Rentner – Deutschlands Zukunft?"

Gast: Manuela Schwesig, Bundesfamilienministerin, SPD

Kleidung: blauer Hosenanzug– kombiniert mit einem orangefarbenen Halstuch – fällt sofort in Auge – lockert auf

Inhalt: spricht darüber, dass es ungerecht ist, dass Menschen ihr ganzes Leben gearbeitet haben und anschließend von der Rente nicht leben können – Schwesig: “Es geht darum etwas für die Rente zu tun […] Wir sehen, dass es unheimlich viele gibt, gerade auch junge Frauen, die fleißig arbeiten, ihren Kindern Vorbild sind und am Ende von solch einem Arbeitsleben vielleicht eine Rente habe, die so wäre, wenn Sie nicht gearbeitet hätten. Und das ist ungerecht. Es muss derjenige, der das ganze Leben lang arbeitet, definitiv mehr Rente haben, als wenn er nicht gearbeitet hätte. Darum haben wir vor, die Lebensleistungsrente einzuführen, die über Grundsicherung und Sozialhilfe liegt.“

Körpersprache: leicht nach vorne gebeugte Haltung – Ellbogen liegen auf dem Tisch – stützt sich dort teilweise ab  –  setzt Hände ein, um Ihren Sätzen Nachdruck zu verleihen –  wirkt konzentriert

Mimik: spricht Gäste und Moderatorin stets an – hält mit allen Augenkontakt

Stimme: variiert wenig mit der Lautstärke und der Tonlage ihrer Stimme – spricht meist ruhig und gefasst

Fazit:  solider Auftritt– hält immer wieder an SPD-Linie fest – fokussiert –Kernbotschaft: Der Mindestlohn soll nicht ein Leben lang als Lohn angesehen werden, denn er würde nicht reichen: „Ziel ist nicht, das alle Menschen ihr ganzes Leben vom Mindestlohn leben. Ziel ist, die Leute für Ihre Arbeit bessere Tariflöhne bekommen, die über Mindestlohn liegen. Der Mindestlohn soll nur dafür sorgen, dass es nicht das Lohndumping nach unten gibt. Dies gab es ganz massiv gerade in Frauenberufen. Gerade Frauen bekommen jetzt überproportional diesen Mindestlohn.“


Freitag, 11. März 2016

Maybritt Illner, Sendung vom 03.03.2016: "Integration oder Spaltung – was kostet uns der soziale Frieden?

Gast: Jens Spahn, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, CDU-Präsidiumsmitglied

Kleidung: dunkelblauer Anzug – kombiniert mit blauem Hemd – dunkelblaue Krawatte mit roten Streifen – untermauert Seriosität und Ernsthaftigkeit

Inhalt: verteidigt Regierungslinie – Spahn:“ Wir wollen künftige Generationen nicht mit den Schulden von heute belasten. Wir haben eine Finanzlage, die eigentlich so super ist wie vor 40, 50 Jahren nicht mehr.  Wir haben einen Überschuss, der uns in die Lage versetzt, dass wir tatsächlich zusätzliche Ausgaben machen. Allein dieses Jahr 8 Milliarden für Sprachkurse, Integrationskurse, Arbeitsmarktintegration. Wir haben in den letzten Jahren auch viele Leistungen für die Deutschen ausgebaut. 6 Milliarden bei der Pflege, Mütterrente, Rente mit 63, Mindestlohn, Kitaausbau.“

Körpersprache: aufrechte Haltung – spricht teilweise mit den Händen, sonst liegen diese auf dem Tisch – sehr gefasste und konzentrierte Körperhaltung – besondere Schwierigkeit: Drehstühle, die zu unruhigen Bewegungen "einladen"

Mimik: spricht Gäste und Moderatorin gezielt an – hält mit allen Augenkontakt

Stimme: variiert mit Lautstärke und Tonlage – wichtige Punkte werden besonders betont – spricht meist ruhig und gefasst


Fazit: Spahn argumentiert in Richtung „Kanzlerinnenmeinung“ und weiß entsprechende Botschaften gezielt zu platziert: “ Es geht diesem Land so gut wie lange nicht mehr. Deswegen können wir gerade jetzt vielen anderen Menschen helfen. […] Es gibt die Aussage, nach dem Motto, jetzt ist viel Geld da gerade für die Flüchtlinge und an anderen Stellen ist keins da. Aber die Frage ist doch, wie geht man damit um. […] Das Einzige, auf was die Deutschen bis jetzt verzichten mussten, sind ein paar Turnhallen. Es hat noch keiner 1 Euro weniger gehabt. Aber wir müssen die Aufgabe ehrlich beschreiben. „

Dienstag, 22. Dezember 2015


Hart aber fair, Sendung vom 14.12.2015: Flucht, Terror, Skandale – wie hat 2015 unser Land verändert? Live dabei.

 
Bewertung der Gäste: Edmund Stoiber (CSU), Serdar Somuncu (Kabarettist), Claudia Roth (B’90/Grüne), Herfried Münkler (Politikwissenschaftler) und Christoph Schwennicke ( Cicero-Chefredakteur)

Kleidung: Stoiber: dunkelblauer Anzug, weißes Hemd, helle, lilafarbende Krawatte. Münkler und Schwennicke: Anzug und Krawatte – alle drei sind passen für die Sendung gekleidet. Somuncu: Karohemd, oberster Knopf offen – für die Sendung und das Thema etwas zu leger, aber entsprechend seiner Rolle als "Außenseiter" als Comedian und Vertreter der heute show. Roth (einzige Frau in der Runde): pastellfarbener, geblümter Gehrock, helles Oberteil, kombiniert mit rot-weißer „Perlenkette“, dezentes Blond; Gegenprogramm zu Anthrazit und Dunkelblau

Inhalt:
Stoiber:“Wir haben ein Thema, wie ich es mir vor ein oder zwei Jahren nicht hätte vorstellen können. Es teilt ein Stück unserer Nation […]. Wir haben eine emotionale Auseinandersetzung in der Gesellschaft, die ich nur noch kenne aus den Zeiten Strauß und Wehner einerseits, Brandt und Schmidt andererseits.“

Somuncu:“Es ist nicht schlimm, wenn sich Deutschland aufbläht, aber wenn hinter diesem Stolz eine Konzeptlosigkeit steckt und hinter dem Lob gegenüber Angela Merkel ein Affekt, dann frage ich mich, ist das alles nachhaltig.“  

Schwennicke:“Die Rede der Kanzlerin war eine solide Rede. War mit großer historischer Kelle auch angerührt. Aber das Eigentliche fand vor dieser Rede statt. Und das war, dass zwei Konzessionen ihrer Kritiken in den Leitantrag aufgenommen wurden. Erstens das gesagt wurde, der Strom der Flüchtling muss drastisch verringert werden und zweitens, dass gesagt wurde, dieser Staat und diese Gesellschaft darf nicht überfordert werden.“

Roth:“ Das Sie (Kanzlerin) sagt, dass es keine Obergrenze geben könne. Dass Sie tut, was eigentlich normal sein müsste. Dass sie nämlich unser Grundgesetz kennt. Das Sie weiß, dass man das Grundgesetz auf Asyl nicht nummerisch begrenzen kann. Dass Sie als Kanzlerin der viertgrößten Industrienation, eines der reichsten Länder der Welt nicht sagt, oh wir schaffen das nicht […]. Dafür hätte sie Applaus bekommen.“

Münkler:“Offenbar das Grundprinzip der deutschen Politik weiter gilt. Das Wahlen in der Mitte gewonnen werden. Sie (die Kanzlerin) hat sich dort positioniert. Es ist richtig, dass die Auseinandersetzung bis in die politische Mitte hineinreicht. Es ist ein Kampf gewissermaßen, um die Zukunft dieser Republik in ihrer Selbstbeschreibung.“

Körpersprache: Stoiber: leicht vorgebeugte Sitzposition – lebhafte Gestik, die die Dynamik in der Stimme unterstützt, v.a. wenn Argumente besonders betont werden sollen. Somuncu: Körperhaltung leicht nach vorne verlagert - Hände "sprechen" wenig - liegen meist ruhig auf dem Tisch. Schwennicke: aufrechte Sitzpostion – sparsame Gestik, um auf bestimmte Punkte hinzuweisen. Roth: aufrechter Sitz - auch sie gestikuliert viel, was ihrer Stimme gleichfalls einen variantenreicheren Ausdruck verleiht. Münkler: setzt seine Hände kaum ein - vermittelt, dass er ganz genau weiß, wovon er spricht.

Mimik: Stoiber spricht Gäste und Moderator gezielt an – hält mit allen Augenkontakt. Auch Somuncu spricht jeden in der Runde gezielt an. Schwennicke spricht jeden Gast direkt an und hält Augenkontakt. Roth hält stets Augenkontakt und spricht Gäste direkt an - zeitweilig ziemlich energisch. Münkler sitzt auch aufrecht und spricht die Gäste und Moderator an, strahlt Seriosität kombiniert mit Gelassenheit aus.

Stimme: Stoiber variiert mit der Lautstärke und der Tonlage – v.a. bei ihm wichtigen Aussagen. Somuncu spricht ruhig und entspannt – wird energisch, wenn es um wichtige Punkte geht, was sich v.a. beim Wortgefecht Roth-Somuncu zeigt. Beide werden laut und fallen dem anderen teilweise sofort ins Wort, lassen den anderen kaum ausreden – sorgen für den emotionalen Teil der Sendung. Schwennicke spielt kaum mit der Tonlage seiner Stimme – wenig Variation. Münkler wirkt sehr ruhig und gefasst, spricht leise und beruhigend, lässt sich nicht in Wortgefechte verwickeln.

Fazit: Die Sendung wird durch die Fernsehprofis Claudia Roth, Serdar Somuncu und Edmund Stoiber geprägt. Teilweise inhaltlich, aber auch auf rhetorischer und körpersprachlicher Hinsicht. Gerade das Wortgefecht von Roth und Somuncu und der plötzliche DUZ-Fauxpas gegenüber Somuncus seitens Roth, bleiben in Erinnerung. Auch Stoiber, der die Kernbotschaften seiner Partei engagiert wiederholt, verinnerlicht sich. Einige mehr sachliche Kommentare des Politikwissenschaftlers, Münklers, hätten eine erweiterte Perspektive auf die aktuelle Flüchtlingspolitik Deutschlands ermöglicht.

Livebeobachtung: 3 Studiofernsehkameras, 1 Steadycam, 1 Kran-Kamera.  Insgesamt konzentrierte, aber entspannte Atmosphäre, die wesentlich von Frank Plasberg getragen wird wie von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den Kameras und in der Regie.