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Donnerstag, 2. Juli 2015

Günther Jauch, Sendung vom 28.06.2015: Showdown im Schuldenstreit - was wird aus Griechenland?

Günther Jauch, Sendung vom 28.06.2015: Showdown im Schuldenstreit - was wird aus Griechenland?

Gast: Anja Kohl, Börsenexpertin der ARD   

Kleidung: olivgrüner Hosenanzug – kombiniert mit beiger Bluse – beige Schuhe – wirkt elegant und seriös.

Inhalt: analysiert die Situation sehr sachlich und aus Sicht einer „Expertin“ – bringt den Sachverhalt nachvollziehbar auf den Punkt. Kohl:“ Wir haben jetzt eine akute Not-Situation. [..]Sagen die Griechen ja zu dem Maßnahmen, ist wahrscheinlich die Regierung Tsipras gescheitert und es wird wahrscheinlich Neuwahlen in Griechenland geben. Und sagen Sie Nein, ist nicht automatisch der „GREXIT“ gegeben. Man muss schauen, wie weit man Griechenland stabilisieren kann.

Körpersprache: aufrechte Haltung, eher ruhig – spricht viel mit den Händen – nimmt weniger Raum ein als die anderen Gäste – scheint ihre Emotionen zu kontrollieren – scheint von ihrem griechischen Nachbarn, Theodoros Paraskevopoulos, Abstand gewinnen zu wollen

Mimik: spricht den Moderator und die Gäste gezielt an – Blickkontakt – wenig Mienenspiel im Gesicht

Stimme: variiert kaum mit der Lautstärke und der Tonlage Ihrer Stimme - auch dann, wenn Sie den anderen Gästen widerspricht.  


Fazit: Ein solider Auftritt von Anja Kohl – konzentriert sich auf Sachargumente  aus Börsenperspektive Kohl:“ Die Geldgeber sind sehr sehr weit über allen Maße hinaus Griechenland entgegengekommen. Wir hatten Hilfe von ca. 15 Milliarden Euro auf die Hand in diesem Maßnahmenpaket, das jetzt hier auf dem Tisch lag. Wir hatten einen Schuldenerlass thematisiert und die Streckung weiterer Hilfen bis 2050.“ – unterbricht die anderen Gäste nicht, wartet im Gegensatz zu den männlichen Gästen auf direkte Fragen durch den Moderator – bleibt die sachliche Expertin

Montag, 9. Februar 2015

Günther Jauch, Sendung vom 08.02.2015: Schicksalstage in Europa – auf wen hört Putin noch?

Gast: Martin Schulz (SPD), Präsident des Europäischen Parlaments

Kleidung: hell grauer Anzug – kombiniert mit weißen Hemd und rotweiß gestreifter Krawatte.

Inhalt: in der z.T. hitzig geführten Debatte um den besten Weg, den Ukraine-Konflikt zu lösen, vertritt Martin Schulz den diplomatischen Weg und scheut nicht das deutliche Wort:"...die Alternative heißt Krieg mit Russland." Beweist aber auch Humor: "Sie sind ja hier der Moderator. Ich kann sie (Sabine Krone-Schmalz) ja nicht stoppen."

Körpersprache: sitzt meist aufrecht, ist dem Gesprächspartner immer zugewandt – beugt sich vor, wenn ihm etwas besonders wichtig ist – lässt auch die Hände sprechen, um das Gesagte zu unterstreichen – im Unterschied zum ehemaligen US-Botschafter, John Kornblum, der durch seine Haltung am Gespräch in Phasen nicht teilzunehmen scheint und daher eher eine arrogante Ausstrahlung vermittelt

Mimik: sucht den Augenkontakt zu den Podiumsteilnehmern – hört aufmerksam zu – scheint immer an seinem Gegenüber dran zu sein und schenkt die volle Aufmerksamkeit – besonders deutlich in der Konfrontation mit der Journalistin und ehemaligen Moskau-Korrespondentin, Sabine Krone-Schmalz

Stimme: passt sich dem inneren Engagement an – Betonungen heben die Wichtigkeit mancher Aspekte hervor – nicht immer geglückt, so dass Unwichtiges überbetont wirkt


Fazit:  insgesamt scheut sich Martin Schulz nicht, seine eigene Emotion zu zeigen, bleibt dabei aber sachlich, wird nicht persönlich, auch wenn sehr kontrovers debattiert wird – ein authentischer Auftritt.

Mittwoch, 10. September 2014


Beckmann, Sendung vom 21.08.2014: IS-Terror: Wer sind die islamistischen Fanatiker?

Gast: Philipp Mißfelder, außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag

Kleidung: dunkelblauer Anzug kombiniert mit hellblauem Hemd – roter Krawatte – Ausdruck von Seriosität – sehr formell.

Inhalt: solide Vorbereitung, da er vor Ort war – kurze, klare Sätze und Botschaften – Mißfelder:“ Man hat es hier mit einer Bande Selbstmördern zu tun. Die haben eine Motivation, die mit der eines GIs oder britischen Soldaten nicht vergleichbar ist. Das darf man nicht unterschätzen.

Körpersprache: aufrechte Haltung – Hände liegen meist gefaltet auf dem Tisch – setzt sie kaum ein – ist sich seiner professionellen Ausstrahlung sehr sicher.

Mimik: hält mit allen Blickkontakt – gezielte Ansprache der anderen Talk-Gäste – zeigt v.a. mimisch sein Engagement – ernste, aber freundliche Ausstrahlung – hört gut zu.

Stimme: monotone Stimmlage – keine Variation in der Lautstärke – prononcierte Betonung der entscheidenden Stichworte

Fazit:  Auf der Basis einer emotional sehr aufwühlenden Sendung, in der sich im Grunde alle einig sind, den Terror zu bekämpfen, zeigen sich alle Talk-Gäste berührt und berührbar. Philipp Mißfelder hält fest:“ Wir können da nicht tatenlos zusehen was dort passiert […] Ich bin zweimal innerhalb von 4 Wochen in Erbil gewesen und selbst die autonome Regierung hat dort die Situation und die Brutalität von ISIS unterschätzt. Viele im Westen haben gesagt, das Thema ist weit weg. Jetzt sehen wir, dass das Thema für uns nicht weit weg ist, sondern dass der Völkermord droht. [..] Die deutsche Außenpolitik muss akut handeln.“