Freitag, 19. August 2016

Maybrit Illner, Sendung vom 21.07.2016: „Erdogans Rache – ist die Türkei noch unser Partner?“
 weiter in Europa?
Gast: Sevim Dagdelen, Sprecherin für internationale Beziehungen, MdB, Die Linke

Kleidung: rosafarbenes Jackett– kombiniert mit dunkelblauer Bluse – dunkelblauer Rock – strahlt Seriosität aus  

Inhalt: In der Türkei findet eine absolute Gleichschaltung statt – Dagdelen: Für mich ist jeder Militärputsch völlig inakzeptabel. Man muss über demokratische Wahlen (...), über politische Wahlen kann man eine Regierung übernehmen. Aber den Militärputsch werde ich niemals befürworten. Sofern bin ich froh, dass dieser Militärputschversuch gescheitert ist, aber es droht jetzt eine Diktatur. Staatspräsident Erdogan hat selbst gesagt, dass es ein Gottesgeschenk sei, und ich sehe auch nicht, dass die Demokratie verteidigt wird, sondern dass man die Demokraten mit Füßen tritt.“

Körpersprache: aufrechte Haltung – wenig Gestik – Hände liegen meist auf dem Tisch – wirkt sehr konzentriert und fokussiert

Mimik: spricht Gäste und Moderatorin stets an – hält mit allen Augenkontakt

Stimme: variiert kaum mit Lautstärke und der Tonlage ihrer Stimme – redet sachlich und ruhig – kann bei Meinungsverschiedenheiten aber auch etwas lauter werden


Fazit:  solider Auftritt – weiß von was Sie spricht und ist mit den verschiedenen gesellschaftlichen und religiösen Strömungen in der Türkei gut vertraut. Am Ende gibt Sie Ihre Sicht auf das Thema der Sendung. Dagdelen: „Erdogan und Erdogans Türkei kann kein Partner sein, weil alles was an Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Menschenrechte dort umgekrempelt wird und abgeschaltet wird. Das kann keine Partnerschaft sein. (...) Wir haben Rückschritte in Rechtstaatlichkeit und Demokratie in der Türkei. Es gibt keine unabhängige Justiz in der Türkei.“

Freitag, 22. Juli 2016

Maybrit Illner, Sendung vom 14.07.2016: „ Planlos nach dem Brexit – wie weiter in Europa?“
 weiter in Europa?
Gast: Edmund Stoiber, von 1993 -2007 Ministerpräsident von Bayern, CSU

Kleidung: blauer Anzug– kombiniert mit einem orangefarbenen hellblauen Oberhemd – lilafarbene Krawatte – strahlt Seriosität aus  

Inhalt: Das Ergebnis in Großbritannien ist nicht gerade außergewöhnlich – Stoiber: “Das ist eine britische Entscheidung (....) Großbritannien ist natürlich sehr sehr schwer zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft oder Europäischen Union1973 gekommen. Hat sich sehr sehr viele Sonderrechte erkämpft. Ist nie ein ganz vollwertiges Mitglied gewesen, weil es an vielen Gemeinsamkeiten nicht teilgenommen hat. Und Großbritannien wollte eigentlich nur dem Binnenmarkt beitreten. Das haben Sie immer betont und wollten natürlich nicht eine europäische, politische Union mit engeren Vertiefungen.“

Körpersprache: aufrechte Haltung – redet enorm viel mit den Händen, um seinen Sätzen Ausdruck zu geben –  wirkt konzentriert

Mimik: spricht Gäste und Moderatorin stets an – hält mit allen Augenkontakt

Stimme: variiert teilweise mit Lautstärke und der Tonlage seiner Stimme – strapaziert aber damit nicht die weiteren Gäste


Fazit:  solider Auftritt– hält fest, dass es sich lohnt an Europa festzuhalten, da es hier Frieden und Freiheit gibt. Es ist die Aufgabe der älteren Generation den jüngeren klarzumachen, das Sie auf einem tollen Kontinent leben. Stoiber: „Wir müssen Europa ein Stückchen neu aufstellen und darstellen müssen. Was ist dieses Europa? Ich kann dies nicht immer nur mit materiellen Dingen begründen sondern ich muss auch sagen, schau dir mal die unsichere Welt an. Schau dir an wo Kriege herrschen. Und Europa ist ein faszinierender Kontinent mit Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, persönlicher Freiheit und auch einem gewissen Wohlstand.

Mittwoch, 15. Juni 2016

Hart aber fair, Sendung vom 06.06.2016: " “ Die Methode Trump – erobern Krawallmacher und Populisten die Macht?

Gast: Norbert Röttgen, CDU, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses

Kleidung: schwarzer Anzug– kombiniert mit hellblauer Krawatte und weißen Hemd – sehr staatsmännisch – untermauert Seriosität des Themas.

Inhalt: erläutert Trumps Strategie und Denkweise – Röttgen: “Das aller positivste was man sagen kann, dass er (Donald Trump) eine völlige Überraschung wäre. […] Er hat sich mit der Frage, wie werde ich regieren, noch gar nicht beschäftigt. Sondern er beschäftigt sich ausschließlich mit der Frage, wie kann ich Präsidentschaftskandidat werden. Wie kann ich gewissermaßen die Republikanische Partei übernehmen. Welche Mechanismen muss ich da anwenden? Wie emotionalisiere ich? Wie provoziere ich? […]. Wenn ich dann gewählt sein werde, dann fängt ein ganz neues Kapitel an. Nämlich, wie regiere ich?“

Körpersprache: wenig Spannung im Körper – hängende Schultern – pointierte Gestik – unterstreicht die Bedeutung seiner Aussagen.

Mimik: spricht Gäste und Moderator gezielt an – hält mit allen Augenkontakt – zieht teilweise immer wieder Mundwinkel nach unten.

Stimme: folgt der Gestik – variiert mit Lautstärke und Tonlage – verstärkt rhetorische Wendungen – spricht dabei aber gefasst.

Rhetorik: verwendet rhetorische Stilmittel – z.B. Wiederholungen – kurze Hauptsätze

Fazit: Die Menschen wählen Trump, um der etablierten Politik zu zeigen, dass Sie diese Art von Politik nicht mehr mitmachen wollen. Röttgen:“ Donald Trump macht keine Sachaussagen. Er hat bis jetzt keinen Vorschlag gemacht, wie er ein Problem löst. Das macht er auch ganz bewusst nicht, weil er damit Teil von Diskussionen werden würde. […] Er ist die Stimme von einer großen Wut, die es in der amerikanischen Gesellschaft gibt. Frustriert zu sein, alleingelassen zu sein, gegen das Establishment. Das ist eine große Unterschätzung der etablierten Politik in Washington. Und dagegen, mit seinen ganzen Provokation, das ist im Grunde die einzige Aussage die er macht: Ich bin die glaubwürdige Stimme von Protest und Wut“.



Mittwoch, 1. Juni 2016

Maybrit Illner, Sendung vom 19.05.2016: „Reiches Land, arme Rentner – Deutschlands Zukunft?"

Gast: Manuela Schwesig, Bundesfamilienministerin, SPD

Kleidung: blauer Hosenanzug– kombiniert mit einem orangefarbenen Halstuch – fällt sofort in Auge – lockert auf

Inhalt: spricht darüber, dass es ungerecht ist, dass Menschen ihr ganzes Leben gearbeitet haben und anschließend von der Rente nicht leben können – Schwesig: “Es geht darum etwas für die Rente zu tun […] Wir sehen, dass es unheimlich viele gibt, gerade auch junge Frauen, die fleißig arbeiten, ihren Kindern Vorbild sind und am Ende von solch einem Arbeitsleben vielleicht eine Rente habe, die so wäre, wenn Sie nicht gearbeitet hätten. Und das ist ungerecht. Es muss derjenige, der das ganze Leben lang arbeitet, definitiv mehr Rente haben, als wenn er nicht gearbeitet hätte. Darum haben wir vor, die Lebensleistungsrente einzuführen, die über Grundsicherung und Sozialhilfe liegt.“

Körpersprache: leicht nach vorne gebeugte Haltung – Ellbogen liegen auf dem Tisch – stützt sich dort teilweise ab  –  setzt Hände ein, um Ihren Sätzen Nachdruck zu verleihen –  wirkt konzentriert

Mimik: spricht Gäste und Moderatorin stets an – hält mit allen Augenkontakt

Stimme: variiert wenig mit der Lautstärke und der Tonlage ihrer Stimme – spricht meist ruhig und gefasst

Fazit:  solider Auftritt– hält immer wieder an SPD-Linie fest – fokussiert –Kernbotschaft: Der Mindestlohn soll nicht ein Leben lang als Lohn angesehen werden, denn er würde nicht reichen: „Ziel ist nicht, das alle Menschen ihr ganzes Leben vom Mindestlohn leben. Ziel ist, die Leute für Ihre Arbeit bessere Tariflöhne bekommen, die über Mindestlohn liegen. Der Mindestlohn soll nur dafür sorgen, dass es nicht das Lohndumping nach unten gibt. Dies gab es ganz massiv gerade in Frauenberufen. Gerade Frauen bekommen jetzt überproportional diesen Mindestlohn.“